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Woche 24

9. März 2009 Montag

Montag 8.30 Uhr. Wieder 60 Liter Wasser innert 14 Stunden in den Küben.
Das Tropenklima hält nach wie vor an, die Wände werden immer weisser, die Tropfen an der Decke immer weniger.
Man kann gut verfolgen, wo Beton oder Mörtel in grösseren Mengen hinter dem Putz stecken. Da ist´s noch dunkelbeige. Die Rollokästen zeigen auch langsam Ansatz von Trockenheit. Also richtig gut. Der Stromverbrauch -frohlock- rund 40 KWh. Das ist eine andere Hausnummer wie am Tag 1 mit rund 200 KWh.

Melanie hat unser Treppengeländer zum zweiten Male grundiert. Das soll ein Masterpiece werden. Im milden Regenwaldklima tropfte der Schweiss im Gleichtakt mit dem Trockengerät. Ich tippe mal, da wurden einige Liter Extra-Flüssigkeit eingebracht.
Ich sach noch, trink wenigstens das Wasser aus dem Kübel, dann kommt nix von aussen rein. Aber nein, es muss ja wieder ein Liter mitgebrachtes Mineralwasser in den Bau geschwitzt werden. Was das kostet...!

Derweil habe ich mich im Baumarkt erfrischt und eine Mehrzweckleiter erstanden und noch einiges mehr. Damit wir dem Finanzamt auch ordentlich einen präsentieren können, wenn die Baustelle abgeschlossen wird.

Und das wird so lange gar nicht mehr dauern. Stichtag ist der 1. Mai. Wonnemonat. Dann wollen wir alles tapeziert, angemalt, verfliest und verkorkst haben.
Nebenbei unsere Habseligkeiten von a nach b verfrachtet und ein wenig Aussengelände gestaltet haben. Der Lateiner bemerkt dazu: jetzt wird’s erst richtig spannend.

Aber wir glauben, wir haben das gut durchdacht. Trocken wird die Stube sein. Ich behaupte mal staatsmännisch: wir sind gut aufgestellt.

Ja und dann wird dieses Tagebuch auch enden. Wie wir uns einrichten und alles weitere fällt in den Bereich: not for public use.
Bis dahin wird aber noch einiges an Wasser die Wände runterfliessen.

10. März 2009 Dienstag

Ein turbulenter Morgen. Von vorne:

Melanie streicht das Treppengeländer zum ersten Mal weiss an.
Ich giesse 80 Liter Wasser ins Freie. Insgesamt jetzt 430 Liter. Poah...
Ich fahre in den Baumarkt A. Es gibt 3 Rollen Erfurter Classic zum Preis von 2.
Ich lade die gestern gekaufte Leiter wieder ins Auto. Eine Beule ist drin und ein Bodenschützer fehlt (an der Leiter...). Anstandslos umgetauscht, soweit ok.
Aufbruch zum Baustoffcenter und allerhand fürs Aussengelände zu ordern. 25 Kubik Schotter, Steine für den Weg, Steine für eine Treppe, L-Steine und Kantensteine in grosser Zahl, Zement, Sand und eine Rüttelplatte. Lieferung Donnerstag morgen. Abfahrt vom Gelände, Schockmoment: die dösige Leiter hat die Windschutzscheibe beschädigt. Ein veritabler Riss von 20cm. Hin zu ATU und Termin gemacht.
Scheisse, mein Donnerstagmorgen wird ganz schön eng.

11. März 2009 Mittwoch

Tadaaa, 520 Liter de L´eau insgesamt sind nach einer Woche Trocknung aus dem Haus. An den Wänden holt man sich mittlerweile eine weisse Jacke.

Die Heizer haben die Vorlauftemperatur auf 35 Grad hochgeschraubt. Vom Energiepeak mal ab, ist das eine Affenhitze . Da flimmert die Luft. Habe mir darum einige Outdoor-Activities auferlegt. Den 4. Anschluss ausgebuddelt, den 4. Grenzstein gesucht und endlich auch gefunden. Dann musste ich schon wieder zur Maloche.
Mein Schwiegerpa hat sich das tapezieren nicht nehmen lassen. Schätze, der Quast ist schon beim einstreichen an der Pappe festgeschmort.

Ach ja, der Fuger war vor Ort und hat uns einige Farbmuster eingefugt. Er meinte, die müssen erst mal trocknen für eine Beurteilung. Ich habe ihm empfohlen ein paar Stränge auf die Fensterbank im Haus zu modellieren, dann könnten wir die trockene Farbe schon nach 4 Minuten begutachten. Wollte er aber nicht.

Morgen geht´s richtig los. Bin schon etwas nervös. Mal schaun, wie weit ich komme...

12 März 2009 Donnerstag

Vorlauftemperatur 40 Grad. Es ist mörderisch. Musste 2 Kübel a´ 50 Liter auskippen. Das ist Bodybuilding in der Sauna. Warum tun Menschen sich das an? Damit´s trocknet. Also ok.
Habe rund ums Haus diesen Schmockspiegel aus Mörtel und allerhand losgebrochen und wieder woanders auf das Gelände gelagert. Ein Hin und Her.
Den Morgen über kamen die Baustoffe an. Tonnen von Steinen und Sand und Bio-Schotter. Klingt vornehmer als Recycling-Füllstoff. Kostet nur die Hälfte, sieht aber originell aus. Wenn der verfluchte Scheissregen mal aufhört, will ich morgen eine Eingangstreppe bauen Es ist ALLES versuppt und ein Schlickbrei. Da hält nix drauf. Mein Versuch das Wasser ab zu saugen war auch kein Knaller. Der LKW ist auch gleich stecken geblieben und wir haben eine halbe Stunde rum geölt, den Brummer wieder aus dem Sumpf zu kriegen.

ATU hat unser Auto wieder heile gemacht. Mit Selbstbeteiligung 150 Euro. Wir haben aber einen Gutschein über 100 Euro bekommen und eine neue Umwelt-Plakette. Ist doch nett.

Wir kämpfen gegen die Flut.

Randsteine werden abgeladen.

In der Folge scheuern die Reifen haltlos durch den Schmock. Die Karre sitzt fest, kann sich aber aus eigener Kraft wieder befreien.

Hier hängt kein Pferdehalfter an der Wand, nur ein altes Unterhemd an der Leiter.

13. März 2009 Freitag

Für einen Freitag den 13. kein schlechter Tag. Abgesehen vom Roller, der wegen Zündschloss kaputt schon wieder in der Mopedklinik steht. Ich glaube die letzte Bauphase ist gar nicht gut für unseren Fuhrpark.
Ja sonst... noch mal zwei Kübel Wasser, wie allweil. Schwiegerpa hat wieder in der Disziplin Sauna- Tapezieren übermenschliches vollbracht. Und leckopfanni, die Wandbehänge sind nach 15 Minuten quasi überstreichbar, haften wie Hacke und keine Nahttrennung. Schöner kann man´s doch nicht haben. Heute wurde schweres Gerät aufgefahren: Kleistermaschine. Ab jetzt wird´s richtig wild.
Wo ich von schwerem Gerät rede. Die Rüttelplatte von gestern habe ich zurück gebracht. Damit wurde offenbar schon das Brandenburger Tor eingerüttelt, aber vom Kaiser selber. Da war Lärmschutz kein Thema. Wenn ich das Ding gestartet habe, gingen im Umkreis von 5000 Meter die Fenster auf, Mütter rissen die Kinder von der Strasse und alle über 55 stürzten in die Luftschutzkeller. Liess mir ein aktuelleres und auch schwereres Teil geben mit halbierter Soundkulisse.
Von einem Bekannten habe ich eine Speismühle geliehen. Atika, is klar. Das Original. Nikotinarm beim abrauchen. Ferner habe ich das Fundament für die Aussentreppe geschachtet. Ausgekoffert, wie der Fachmann sagt. Bisschen tief vielleicht, aber es soll ja halten. Morgen geht es mit einem Kumpel dabei. Hoffe, wir kriegen das hin. Nur Mut...

Baustoffe für die Eigenleistung. Völlig ungewohnt: alles trocken.

Morgen zeigt sich, ob das Material unserer Arbeitswut gewachsen ist.

14. März 2009 Samstag

Erster Einsatz für die Leihgeräte. Funktionieren alle.
Die gestern gebuddelte Fallgrube vor dem Haus war leer. Ich habe dann im Schweisse meiner Achselhöhlen Schotter reingefüllt und mit der Dieselramme verdichtet. Das scheppert. Habe vielleicht doch den Beruf verfehlt.

Anschliessend habe ich mir einen Kopf gemacht, wie ich die Treppe am vortrefflichsten gestalte. Zur Ablenkung bin ich in den Baumarkt und habe einen qm Noppenfolie gekauft, damit der Mörtel nicht am Klinker klebt und weiterhin Luft drankommt. Bei der Gelegenheit nahm ich gleich eine Flex mit. Werde ich noch brauchen. Latürnich ein Qualitätsprodukt von Bosch. Von denen habe ich meine gesamte E-Werkzeugpalette und schwöre drauf.

Ja und dann legte ich eine Probereihe Okkolyten und baute mir eine Schalung aus Holz. Das ganze wurde mit Beton gefüllt. Die letzte Rutsche gegen 19.00 Uhr. Da konnte ich die Konsistenz nur noch ahnen und das glatt ziehen war auch mehr Voodoo. Morgen werde ich das bei Licht betrachten. So ganz glatt muss es ja nicht, da kommt ja noch was drauf. . Selbstverständlich hat es die letzten 2 Stunden auch wieder geregnet. Ich liebe es. By the way, der bestellte Helfer ist unentschuldigt nicht erschienen. Musste den ganzen Schotter und Mörtelkram allein durchziehen. Das hat noch ein Nachspiel.

Weiterhin haben meine fleissigen Angehörigen Johannas Zimmer tapeziert und Melanie hat die Treppenstufen abmontiert und das Gestell grundiert. Es ist, um das noch einmal nicht ungesagt zu lassen noch immer s c h w e i n e h e i s s im Haus. Vorlauf noch bei 45 Grad. Reschpekt, das muss man wirklich wollen, da drin zu malochen. Aaaaber es ist nicht mehr so schwül. Das heisst, es kann eigentlich nicht mehr lange dauern mit der Trocknung. Trotzdem rund 80 Liter weg gekippt.
Wir werden das morgige Tageslicht abwarten, um die Ergebnisse zu dokumentieren.

Steinkreis in OWL. Zum Massnehmen darf´s auch mal eckig sein.

Nacht über dem Lac Schlaque. Ramontische Silhouette auf dem Eau.

Eine Sternstunde des Schalungsbaues. Eine Komposition aus L-Stein (60kg) und heimischen Gehölzen, flankiert von Granitklötzen. Ein Gedicht.

15. März 2009 Sonntag

Zum Abschluss der Woche noch einmal 100 Liter Wasser für den Garten kondensiert. Womit wir bei 900 Liter sind. Ich wollte noch ein wenig Spachtelmasse zum Einsatz bringen. Leider funktioniert die Trocknung derart konsequent, dass der Spachtel beim dritten Streich in der Masse stecken bleibt. Die Innentemperatur ist auf dem Bild zu sehen. Das ist kein Wetter, bei dem Menschen arbeiten sollten. Nach einer Stunde fühlte ich mich derart matt, dass ich aufgesteckt habe. Meine Treppe ist in der Tat nicht ganz glatt geworden, höflich formuliert. Aber die Höhe passt und der Matsch wird wohl in drei Tagen trittfest sein. Hauptsache die Platte bröckelt nicht weg.
Für Innenaufnahmen habe ich das Unterwassergehäuse für unsere alte Canon benutzt. Trotz Akklimatisierung ist ein Dunstschleier auf den Bildern. Look´s like Atlantis.

Die Heizung schreibt alles mit. Ab jetzt wird peu a´ peu die Temp. gesenkt. “Nur” noch 35 Grad.

Vorlauftemperatur...

...effektiv in Raumtemp. umgesetzt.
Die 40 ist die Lufttemperatur. Poah.

Im Wohn-Essbereich trocknen die letzten Inseln. (Rollokästen)

Man sieht´s kaum: Decke und Schräge sind tapeziert.
Problemzone: restfeuchter Rollokasten.

In Johannas Zimmer dasselbe Bild.

Melanies Masterpiece. Die teilvollendete Treppenkonstruktion. Silber hat doch was...
Der Asterix-Effekt: der ganze Putz ist abgetrocknet. Nur ein schmaler Betonstreifen leistet noch Widerstand. Aber dich kriegen wir auch noch... Bursche!

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