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Spontan: Im März 2008 sassen wir beim Frühstück und entschlossen uns quasi spontan dazu, ein Haus zu bauen, respektive eines bauen zu lassen. Alles kann man nicht selber machen.
Gottseidank verfügen wir über eine schnelle Internetverbindung. Die folgenden Tage verbrachten wir damit diverse Baumeister, die ihre Leistungen feilboten zu vergleichen. Über eines waren wir uns einig: es soll ein richtiges Steinhaus werden. Auch wenn jetzt Tausende empört aufjaulen: eine gedämmte Spanplattenkiste, also Fertighaus, sollte es nicht sein. (Nachtrag: Boah, für dieses Statement musste ich schon einstecken.... was sind die eigen die Fertigbauer! Für alle: ICH MAG HOLZ...als Regal, als Buch, im Ofen...)
Das Grundstück: Damit das Gebäude einen Stellplatz erhält, suchten wir zuerst nach einem Grundstück. Klar, es gab reichlich davon. Die allermeisten davon schieden aus, da sie in einem nicht unwichtigen Punkt unser Killer-Kriterium nicht erfüllten: sie waren viel zu teuer.
Interludium: Anfang April flogen wir noch mal rasch nach Ägypten. Wer weiß wann wir dazu noch mal kommen...
In unserer Lieblingsgegend Gütersloh Avenwedde (sprich: Affenwedde) ging nichts unter 200€ pro Quadrat. Too much. Letztlich erstanden wir eines beim Makler für 140€. Das Areal ist ein echtes Schmuckstück. Am Ende eines Wendehammers gesäumt von zwei Seiten Fußweg. Also sehr, sehr ruhig. Momentan wohnen wir an einer Einflugschneise in die City neben einem Gewerbebetrieb unter dem Dach. Also wir unterm Dach, nicht der Betrieb (der Scheitan möge ihn holen...). Wir erwarten eine Steigerung der Wohnqualität um cirka 10000%.
Momentan wirkt es noch ein wenig wie ein Löffelreiherbiotop. Es ist rund einen halben Meter unter Strassenniveau und botanisches Vorzeigegebiet. Ein Glück, dass wir eine Baugenehmigung bekommen haben. Alle Gelbbauchunken und Salamander haben wir vorsorglich untergegraben, bevor Franz von Assisi eine Klause errichten konnte. Baugrund ist in Ordnung, Keller gibt´s keinen. Die Bodenplatte lassen wir schön hoch ansetzen. Es gab in den letzten 600 Jahren keine Überflutungen des Gebietes. Es sollte nichts schief gehen können Mister Murphy
Der Bauträger:Auch nicht unwichtig: wir brauchten einen Bauträger. Ich machs kurz. Nach Vorchecking im Internet, Besuch unendlich vieler Musterhäuser, Empfang diverser Aussendienstler - und und und - blieben drei übrig. Nachdem wir unsere Wünsche in Richtung KfW 60 Bauweise und bevorzugt Unabhängigkeit von Gas und Öl kund getan haben, blieb nur noch einer im Rennen. Man glaubt nicht, wie ein paar Dämmmatten und eine Erdwärmepumpe den Preis in die Höhe treiben können. Der Anbieter unserer Wahl ist die BAUDIREKT GmbH. Der nächste Mitbewerber lag um rund 25.000€ über dem Angebot. Ist ja auch ein Wort. Das Haus war gar 20 qm kleiner.
Das Haus: ja sicher. Um das Gemäuer dreht sich die ganze Chose. Wir entschieden uns für den Baudirekt Klassiker KS 140. Ausser ein paar wenigen Korrekturen gefiel uns das Bauwerk im Originalzustand. Das Kinderzimmer wurde groooss gemacht, das Bad, das zugunsten eines Gästewellnessmusikzimmerbüros bewusst klein gehalten ist, wurde etwas Richtung Kinderzimmer geweitet, Küche ist grösser und thats it. Speziell freuen wir uns auf die Möglichkeit das Haus durch gleich drei Terassentüren verlassen zu können. Mit Frühstücksterasse vor der Küche und einer weiteren vor dem Wohnzimmer. Ich seh mich schon mit meinem Senseo morgens durch die Küchenpforte ins linde Licht der Sommersonne treten...hach. Wenn die Bautruppe die Kelle weglegt, müssen wir noch Dämmen, fliesen, malern und den Garten anlegen. Wenn man zwei linke Hände mit lauter Daumen dran hat, sind das schöne Aussichten. Ausserdem bin ich total faul und wenn ich was selber mache wird das nie nach Vorschrift und ich muss jahrelang auf den Murks kucken. Also lass ich das machen .
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Der Betreuer: Die restlichen Monate verbrachten wir damit die erforderlichen Anträge und Genehmigungen einzuholen. Wir wohnen schliesslich in Deutschland und keiner hat gesagt, dass es einfach wird. Gottlob haben wir den finanziellen Aufwand nicht gescheut und uns einen Finanzbetreuer geleistet. Der kümmerte sich um die Beschaffung der Mittel und hängte sich den ganzen Behördenwahn an die Klinke. Wenn es irgendwo klemmte, reichte ein unaufgeregtes Telefonat und unser Mann erledigte das für uns. Sicher, er hat das nicht umsonst gemacht, sondern für Geld. Aber im Nachhinein lässt sich sagen, es hat sich gelohnt. Bis dato ist unser Nervenkostüm nicht im mindesten strappaziert worden.
Die Firma: der technische Part wie Architektur, Organisation der Gewerke etc. lag in Händen der VESTac. Ich kann sagen: A walk in the Park. Es lief alles wie von selbst. Ich war praktisch nur 2 mal aus dem Haus um in Verl auf dem Amt die Bauanzeige zu stellen. Dank Email zipten die Dokumente in Sekunden hin und her und die Leute dort sind extra engagiert. Alle Dokumente kamen auf den Punkt in 1a Qualität und immer gleich in dreifacher Ausfertigung. Unser Betreuer war sehr angetan.
Und jetzt? Heute ist der 26.September Anno 08 kurz vor der Sportschau und wir warten darauf, dass der Bau jede Minute los geht. Wir haben noch ein paar Schriftstücke betreffs des Grundstückes und der WfA einreichen müssen und harren auf den Startschuss seitens des Oberbauleiters Herrn Bauer. Kein Kalauer, er heisst so. Nach und nach melden sich unsere Handwerker bei uns und tatsächlich habe ich in dieser Sekunde mit dem Maurer telefoniert. Es tut sich was. Ab hier können wir nur noch warten und das Beste hoffen. Wenn das Schicksal ein paar Giftpfeile im Köcher hat, dann kommen die noch....
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